Initiativen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Gemeinden Pforzheim
 
ACG

Geschichte der Arbeitsgemeinschaft christlicher Gemeinden in Pforzheim

Der ökumenische Aufbruch in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts führte auch in Pforzheim dazu, dass die Kirchen vor Ort aufeinander zu gingen und miteinander ins Gespräch kamen. Sie entdeckten gemeinsame Aufgaben, ja die Notwendigkeit zu gemeinsamem Handeln.

Am 21. Mai 1970 kam es zu einem ersten Treffen von Vertretern der christlichen Gemeinden und Gemeinschaften der Stadt.

Im ersten Einladungsschreiben heißt es: Es erscheint notwendig, dass wir, die mit Ernst Christen sein wollen, unsere Kräfte nicht verzetteln, sondern, soweit notwendig und möglich, im Bereich unserer Stadt gemeinsam handeln.

Drei Themenbereiche wurden angegangen:

  1. „Unsere Gemeinden im Spannungsfeld der Ideologien unserer Zeit“

  2. „Unsere Öffentlichkeitsverantwortung“

  3. „Unsere soziale Verantwortung“

Weitere Treffen folgten, aus denen dann die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Gemeinden (ACG) in Pforzheim entstand.

Eine Satzung wurde erarbeitet, die am 23. Januar 1973 von der ersten Delegiertenversammlung der Gemeinden, die offiziell der ACG beigetreten waren, beschlossen wurde.


Die Schwerpunkte der ersten ökumenischen Treffen bestimmen bis heute weitgehend die Arbeit der ACG.

  1. Das Gespräch der christlichen Gruppen und Konfessionen untereinander wurde und wird gepflegt.

  2. Ein Beitrag dazu ist die Lange Nacht der Kirchen, die seit 2006 alle 2 Jahre stattfindet und eine gute Gelegenheit bietet, andere Kirchen und Gemeinden zu erleben.

    Die „Charta Oecumenica“ mit ihren 12 Selbstverpflichtungen wurde viel diskutiert und auch in Pforzheim unterzeichnet.

    Hinzugekommen ist seit den neunziger Jahren der interreligiöse Dialog.

  3. In einer pluralistischen Gesellschaft im Sinne der Botschaft von Jesus Christus mitzureden – das sah und sieht die ACG als wichtige Aufgabe an.

  4. So konnte schon in den Anfangsjahren das „Wort zum Sonntag“ in der „Pforzheimer Zeitung“ eingerichtet werden, das bis heute in jeder Freitagsausgabe erscheint.

    Immer wieder nahm man Stellung zu aktuellen Themen.

    1998 z.B. veranstaltete die ACG einen ökumenischen Gottesdienst zum Gedenken an die Reichspogromnacht vor 60 Jahren, der, wie auch das Gedenken 2008, große Beachtung fand.

    Im Jahr der Bibel 2004 finanzierten die Mitgliedsgemeinden Großplakate mit biblischen Zitaten.

    Seit 2000 findet am Ostermorgen um 7.00 Uhr auf dem Wallberg, dem Trümmerberg der Stadt, eine ökumenische Auferstehungsfeier statt.

  5. Im sozialen Bereich eröffnete sich für die ACG ein weites Arbeitsfeld.
  6. Schon im Jahr 1972 wurde eine ökumenische Telefonseelsorge eingerichtet, Vorläuferin der heutigen Telefonseelsorge Nordschwarzwald e.V. Es folgten die sog. Obdachlosennachmittage im Winterhalbjahr an Sonn- und Feiertagen in den Gemeindehäusern der Mitgliedsgemeinden – heute umbenannt in offene Nachmittage. Auch der Anstoß zur Einrichtung einer ökumenischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen (seit 1972) wurde von der ACG in ihrer Anfangszeit gegeben. Die Pforzheimer Vesperkirche (seit 2000) und die Suppenküche (seit 2007) wurden von der ACG geplant, beschlossen und durchgeführt.

Zusammengestellt von Maria Trautz, Sommer 2012