Initiativen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Gemeinden Pforzheim
 

Aktuelles aus der ACG Pforzheim



Hiroshima-Gedenktag am 6.8.2020

Gemeinsame Erklärung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Gemeinden (ACG) Pforzheim und der pax christi Gruppe Pforzheim zum Hiroshima-Gedenktag am 6.8.2020

Am 6.8.2020 jährt sich der Abwurf der ersten Atombombe auf Hiroshima zum 75sten Mal, drei Tage später erinnert die Welt an den 75sten Jahrestag der Zerstörung Nagasakis.

Für die Zeitgenoss*innen, auch für die Kirchen, dauerte es geraume Zeit, bis sie eine Position zu dieser furchtbarsten Waffe fanden. Über Martin Niemöller, Papst Johannes XXIII, Kurt Scharf, die Päpste Johannes Paul II und jetzt Franziskus führte der Erkenntnisweg zu der inzwischen von den Mitgliedskirchen in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) durchgehend geteilten Überzeugung, dass nicht nur der Einsatz, sondern schon der Besitz von Atomwaffen weltweit geächtet werden muss (siehe Renke Brahms, Friedensbeauftragter des Rats der Evangelischen Kirche Deutschlands, und der Bischof von Mainz und Präsident der deutschen Sektion von pax christi Peter Kohlgraf in ihren aktuellsten Verlautbarungen).

Die Mitglieder der ACG und von pax christi Pforzheim erwarten, dass die Stadt Pforzheim aus Anlass des 75. Jahrestages des Abwurfs von Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki wichtige Entscheidungen trifft:

  • Im Jahr 2017 erhielt die Internationale Kampagne für die Abschaffung von Nuklearwaffen (ICAN) den Friedensnobelpreis. Auf ihr Betreiben hin hatte die Vollversammlung der Vereinten Nationen am 7.7.2017 eine Erklärung zum vollständigen Verzicht auf Atomwaffen verabschiedet, der sich inzwischen über 100 ihrer Mitgliedstaaten angeschlossen haben. Unter den Unterzeichnerstaaten fehlen bislang außer Österreich sämtliche EU-Staaten, so auch Deutschland. Wir fordern die Verwaltung und den Gemeinderat der Stadt Pforzheim auf, sich dem sog. ICAN-Städteappell anzuschließen, mit dem Ziel, dass auch die Bundesregierung den Verzicht auf Atomwaffen im Rahmen der Weltgemeinschaft deutlich und unwiderruflich erklärt. Den ICAN-Städteappell haben bereits 96 deutsche Städte (Stand 01.07.2020), darunter Stuttgart, unterschrieben.
  • Des weiteren erinnern wir den Oberbürgermeister der Stadt Pforzheim, Peter Boch, an seine aus der vom damaligen OB Joachim Becker eingegangenen Mitgliedschaft bei den "Mayors for Peace" entstandenen Verpflichtungen, sich für eine Welt ohne Atomwaffen einzusetzen und Pforzheim zur "atomwaffenfreien Zone" zu erklären. Die Mitgliedschaft in der vom seinerzeitigen Bürgermeister von Hiroshima, Takeshi Araki, 1982 gegründeten Vereinigung "vererbt" sich von Amtsinhaber*in zu Amtsinhaber*in, sofern sie nicht aufgekündigt wird.

Die ACG und pax christi Pforzheim hoffen zuversichtlich, dass unsere Stadt unsere Anstöße aufnimmt und entsprechende Entscheidungen herbeiführt. Schließlich befinden wir uns in einer Zeit, in der eine Pandemie die Menschheit näher zusammenführen müsste, anstatt sie durch ein aktuelles (auch atomares) Wiederaufrüsten in noch größere existentielle Gefahr zu bringen.

Pforzheim, 03.08.2020,
ACG und pax christi Pforzheim
gez.
Hans Martin Renno,Tobias Gfell, Thomas Müller, Susanne Bräutigam,
Georg Lichtenberger für die ACG Pforzheim, ℅ Kath. Dekanat Pforzheim,
Weiherstr. 3, 75173 Pforzheim
Christof Grosse für die pax christi Gruppe Pforzheim,
Brettener Str. 41, 75177 Pforzheim, Tel. 07231 358765


Aufruf zum Gebet in der Zeit der Corona-Krise

Zurzeit können aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr und der rapiden Verbreitung des „Corona-Virus“ keine Gottesdienste in unseren Kirchen stattfinden. Deswegen suchen wir nach anderen Formen, unseren Glauben miteinander zu leben und rufen alle Christ*innen in unserer Stadt ab Mittwoch, 25. März zum gemeinsamen Hausgebet auf:

  • Dazu laden jeden Abend um 19.30 Uhr unsere Kirchenglocken ein.
  • Zu Beginn wird eine Kerze entzündet.
  • Ein persönliches Gebet oder ein tagesaktuelles Gebet wird gesprochen, welches online (z. B. www.ekiba.de) zur Verfügung steht.
  • Hilfe für das Gebet in der Hausgemeinschaft, oder auch alleine, bieten auch unsere Gebet- und Gesangbücher in den verschiedenen Gemeinden der ACG.
    Zum Beispiel im Evangelischen Gesangbuch empfehlen wir besonders die Gebete unter der Nummer 861.2 bis 863.
    Im Gesangbuch der Evangelisch-methodistischen Kirche die Nummern 739-768.
    Im katholischen Gotteslob die Gebete unter der Nummer 17 und die Andacht „Kreuz und Leiden“ unter der Nr. 675.
  • Als Schriftlesungen aus der Bibel schlagen wir die Texte entsprechend dem ökumenischen Bibelleseplan vor, der in einigen Kirchen ausliegt, oder auch online (https://www.bibelwerk.de/verein/was-wir-bieten/oekumene/) zur Verfügung steht. In den Herrnhuter Losungen finden sich diese Texte unter „Bl“.
  • Als fester Bestandteil wird das Gebet des Herrn, das „Vater unser“ gesprochen.

Ansonsten sind viele unserer Kirchen zum persönlichen Gebet tagsüber geöffnet.

Unsere Seelsorger*innen stehen Ihnen gerne per Telefon, über E-Mail oder nach persönlicher Vereinbarung zur Verfügung.

Wenden Sie sich bitte an unsere Pfarrbüros, wenn Sie Hilfen beim Einkauf oder sonstigen wichtigen Erledigungen brauchen – und melden Sie sich, wenn Sie in dieser Zeit anderen helfen können oder wollen.

Im Gebet und in der Hilfe für andere können wir in dieser Zeit unser Christsein miteinander leben. Bleiben wir so als Christ*innen in unserer Stadt miteinander in Verbindung!